Polen

 

3. Deutsch-Polnischen Forum der Jugendverbandsarbeit: Positiver Blick in die Zukunft


U. Fehling (DBJR) und Georg Schirmbeck (MdB)
Vertreterinnen und Vertreter von Jugendverbänden aus Deutschland und Polen trafen sich vom 18. bis 20. März 2010 zum dritten deutsch-polnischen Forum der Jugendverbandsarbeit in Berlin und Werftpfuhl. In Ihrem Grußwort äußerte Ursula Fehling, stellvertretende Vorsitzende des DBJR, die Zuversicht, dass es noch in diesem Jahr einen Nationalen Jugendring in Polen geben wird.

Über aktuelle Entwicklungen in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit informierten Stephan Erb, Geschäftsführer des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW), sowie Georg Schirmbeck (MdB), Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe, und Biljana Dischlieva vom Auswärtigen Amt sowie Magdalena Niziol von der polnischen Botschaft in Berlin. Das polnische Bildungsministerium hatte am 18. März 2010 in Warschau zu einem Konsultationstreffen eingeladen, an dem mehr als 70 Vertreterinnen und Vertreter nationaler und regionaler Jugendstrukturen teilgenommen haben. In Arbeitsgruppen wurden in Warschau Aufgaben und Ziele eines künftigen nationalen Jugendrings diskutiert. Es ging außerdem um Schwerpunkte der polnischen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2011 und der neuen EU-Jugendstrategie.

Neben der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in der Jugendverbandsarbeit waren das aktuelle deutsch-polnische Verhältnis und die Kooperation von Jugendverbänden und Landesjugendringen auf regionaler Ebene die zentralen Themen des Forums. Monika Sailer vom Bayerischen Jugendring stellte die enge Partnerschaft mit der Euroregion Pomerania (Polen) vor. Veranstaltet wurde das Forum vom DBJR in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland und der Bildungsstätte Kurt Löwenstein der SJD – Die Falken.

v.l. Magdalena Niziol (polnische Botschaft) und Jörg Walter (aej)

Biljana Dischlieva (Auswärtiges Amt)

Blick ins Publikum
 

2. Deutsch-Polnisches Forum der Jugendverbandsarbeit vom 11. – 14.03.2009 in Berlin und Werftpfuhl

Vom 11. – 14.03.2009 fand das 2. Deutsch-Polnische Forum der Jugend-verbandsarbeit in Berlin und Werftpfuhl statt.

Das Forum beschäftigte sich mit aktuellen Fragen des deutsch-polnischen Verhältnisses und dem weiteren Ausbau des deutsch-polnischen Jugend-austauschs. Weiterhin ging es um die Frage, wie die Arbeit von Jugendverbänden stärker im Austausch sichtbar werden kann, aber auch der Einfluss auf die Arbeit des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes (DPJW) und der beide Regierungen ausgebaut werden kann.

Gesprächspartner waren u. a. Jörg Walther von der aej, der einen Ausblick auf die Sitzung des Deutsch-Polnischen Jugendrates vom 19. – 20.03.2009 gab. Claus Krumrei, Referatsleiter im Aus-wärtigen Amt, u. a. zuständig für die Zu-sammenarbeit mit Polen, berichtete über die von beiden Regierungen geplanten Veranstaltungen in diesem Jahr und informierte über den aktuellen Stand der deutsch-polnischen Beziehungen nach dem Treffen der beiden Regierungschefs Anfang März 2009 in Hamburg. Adam Busuleanu, Vorsitzender des deutsch-polnischen Vereins Polmost e. V. und Ingo Schuster, Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V. und persönlicher Referent des Präsidenten der Europa-Universität Viadrina, gaben einen Überblick über die deutsch-polnischen Beziehungen vor dem Hintergrund des 70. Jahrestages des Überfalls auf Polen, des 20. Jahrestages der gesellschaftlichen Umbrüche in Polen und der DDR und des vor 5 Jahren erfolgten EU-Beitritts von Polen. Thomas Hetzer, Referatsleiter für außerschulische Jugendarbeit im Deutsch-Polnischen Jugendwerk, berichtete über die aktuellen Entwicklungen im DPJW.

In 3 Arbeitsgruppen beschäftigen sich die Teilnehmenden mit Fördermöglichkeiten des deutsch-polnischen Austauschs, den Chancen für eine verstärkte Zusammenarbeit von Jugendorganisationen und Methoden im Jugendaustausch. Breiten Raum nahm der Erfahrungsaustausch über aktuelle Projekte der Zusammenarbeit ein.

Die deutsch-polnischen Beziehungen werden insgesamt als gut eingestuft. Daran haben auch die „Störungen“ auf beiden Seiten in den letzten Wochen um die Besetzung des Beirats der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ nichts geändert. Für das Auswärtige Amt gibt es vor allem auf der praktischen Ebene der Zusammenarbeit viele positive Zeichen, während die symbolische Ebene sehr viel stimmungsabhängiger ist. Letztlich ist man auch hier auf einem guten Weg, dazu werden die zahlreichen Reisen von Kanzlerin Merkel nach Polen (u. a. am 04.06.2009 nach Warschau und am 01.09.2009 nach Danzig) beitragen.

Bei Jugendlichen auf der politischen Seite steht der Jahrestag des Beitritts zur EU weit stärker im Vordergrund als andere geschichtliche Ereignisse. Auch in der polnischen Gesellschaft ist der 70. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf Polen derzeit kein großes Thema (ist mehr ein historisches als ein politisches Thema), eher die „freundlichen“ Jahrestage 1989 und 2004. Sowohl Adam Busuleanu als auch Ingo Schuster warben für mehr Engagement in der Zusammenarbeit, da gute nachbarschaftliche Beziehungen keine Selbstverständlichkeit sind. Sie beklagten die Schwäche von polnischen NGOs, da nur dort, wo EU-Mittel eine Rolle spielen, sich starke Strukturen herausgebildet haben. Die östlichen Nachbarn Belarus und Ukraine sollten aber auch im gemeinsamen Blick bleiben.

Die nationale und regionale Vernetzung von Jugendverbänden und Jugendinitiativen in Polen bleibt schwach. Der Polnische Jugendring PRM ist praktisch nicht sichtbar und organisiert im Wesentlichen nur studentische Organisationen. Für Juni 2009 hat die polnische Regierung größere Veränderungen in der Jugendpolitik angekündigt, die auch Auswirkungen auf die Zusammenarbeit von Jugendstrukturen in Polen haben können.

Einig waren sich die Anwesenden, dass eine Folgeveranstaltung möglichst in Polen stattfinden sollte. Positiv wurde vermerkt, dass besonders Teilnehmende, die neu in den Austausch einsteigen wollen, wertvolle Informationen und Kontakte knüpfen konnten.

Das 2. Forum hat gezeigt, dass es mit der Veranstaltung gelingt, wichtige Akteure (z. B. Abgeordnete, Ministerien, Botschaften, Kulturinstitutionen, Wissenschaftler) in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit auf die Arbeit der Jugendorganisationen in diesem Themenfeld aufmerksam zu machen bzw. Kontakte für eine erfolg versprechende Interessenvertretung aufzubauen. Damit konnte auch dem Eindruck entgegengetreten werden, dass sich die Jugendorganisationen aus dem deutsch-polnischen Jugendaustausch zurückziehen.

1. Deutsch-Polnisches Forum der Jugend(verbands)arbeit erfolgreich beendet

Vom 12.-15.03.2008 fand das Deutsch-Polnische Forum in der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftpfuhl statt. 30 Fachkräfte aus der deutschen und polnischen Jugend(verbands)arbeit hatten die Gelegenheit, sich über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des deutsch-polnischen Austauschs zu verständigen und gemeinsam neue Projekte zu entwickeln. Ziel war es, den Aktivitäten von Jugendverbänden neue Impulse zu geben, einen Austausch über die Praxis zu ermöglichen und Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte aufzuzeigen.

Im Rahmen des Forums besuchten die Fachkräfte das Polnische Kulturinstitut in Berlin, wo sie mit einer Vertreterin der polnischen Botschaft, Botschaftsrätin Malgorzata Lawrowska, über aktuelle Fragen des deutsch-polnischen Verhältnisses aus polnischer Sicht diskutierten. Im Anschluss statteten sie der Bundestagsabgeordneten Angelica Schwall-Düren, SPD, einen Besuch ab, mit der sie über die deutsche Bewertung der deutsch-polnischen Beziehungen sprachen.
 
Der konstruktive Austausch mit den politischen Vertreterinnen und der Fachkräfte untereinander gab Anlass zu der Vereinbarung, ein solches Forum im Jahresrhythmus zu wiederholen.

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