Kinderkommission - Interessensvertretung für Kinder

Hartz IV, Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, Ausbau der Kinderbetreuung: Viele Entscheidungen des Gesetzgebers haben mittelbar oder unmittelbar Auswirkungen auf die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Umso wichtiger ist es, dass ihre Interessen schon im Stadium der Gesetzgebung berücksichtigt werden. Deshalb hat der Bundestag bereits 1988 die Kinderkommission (KiKo) ins Leben gerufen - als weltweit erstes Parlamentsgremium dieser Art. Ihr Ziel ist es, den Anliegen der jüngsten Mitglieder der Gesellschaft im Parlament Gehör zu verschaffen.

Kleiner Ausschuss, große Wirkung

Jede Fraktion, die im Bundestag vertreten ist, entsendet eine/n Abgeordnete/n in das Gremium, das dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Unterausschuss zugeordnet ist. Mit seinen fünf Mitgliedern ist die Kinderkommission der kleinste Unterausschuss im Bundestag. Dass die KiKo dennoch eine Menge erreichen kann, hat sie seit ihrer Gründung so manches Mal unter Beweis gestellt. Ihr bisher größter Erfolg: Die Aufnahme des Rechts von Kindern auf eine gewaltfreie Erziehung ins Bürgerliche Gesetzbuch. Als Unterausschuss hat die Kinderkommission kein eigenes Antragsrecht im Bundestag. Zudem kann die KiKo Beschlüsse und Empfehlungen nur einstimmig fassen.

 

Die Mitglieder der Kinderkommission in der 17. Wahlperiode

Anzahl Mitglieder: 5
Vorsitzende: Eckhard Pols (CDU/CSU)

Michaela Noll, CDU/CSU
Marlene Rupprecht (SPD)
Nicole Bracht-Bendt (FDP)
Diana Golze (Die Linke)
Katja Dörner (Bündnis 90/Die Grünen)

Gewalt gegen Kinder, die Durchsetzung eines flächendeckenden Impfschutzes und der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen könnten künftige Themen der Kinderkommission sein, sagte Pols. Die Einführung verbindlicher Vorsorgeuntersuchungen mit verbindlichen Meldepflichten sollten klar gesetzlich geregelt sein, um Vernachlässigungen von Kindern rechtzeitig zu erkennen, forderte der CDU-Politiker. Ferner schlug er eine Kennzeichnungspflicht über die Gefährlichkeit alkoholischer Getränke ähnlich der Hinweise auf Zigarettenschachteln vor. Pols betonte, es handele sich dabei lediglich um seine Vorstellungen als Vorsitzender und noch nicht um einen Arbeitsplan der Kommission. Dieser werde erst in den kommenden Wochen gemeinsam erarbeitet.

Marlene Rupprecht bekräftigte die Forderung nach Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz, denn die Verfassung drücke aus, was Konsens sei. Nicole Bracht-Bendt forderte, Kindern einen leichteren Zugang zur kulturellen Angeboten wie Theatern und Konzerten zu ermöglichen und ihnen so sinnvolle Freizeitangebote jenseits des Fernsehprogramms zu bieten. Diana Golze betonte, Kinderarmut zu vermeiden, sei nach wie vor ein zentrales Anliegen, wenn es um die Belange von Kindern gehe. Katja Dörner wies auf die Bedeutung eines ”inklusiven“, also auch für Kinder mit Behinderungen offenen Bildungssystems hin. Hier sei die Bundesrepublik noch weit von den Zielen der UN-Konvention zur Durchsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen entfernt.

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