Bildung ohne blaue Briefe - Bildung hört nicht am Schultor auf

Bildung ist mehr, als 6 Stunden täglich die Schulbank drücken. Die Arbeit der Kinder- und Jugendverbände setzt hier an und hat sich neben der Schule, dem Studium und der Ausbildung bzw. Berufstätigkeit von jungen Menschen zu einem wichtigen Standbein der Bildungsarbeit entwickelt. Was nicht zuletzt rechtlich festgehalten ist: In § 11 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes ist die außerschulische Bildung gesetzlich verankert. Als Pflichtaufgabe der Kinder- und Jugendhilfe ist sie aus öffentlichen Mitteln zu fördern.

Inhaltlich wird dabei alles angepackt, was jungen Menschen auf den Nägeln brennt. Ebenso vielfältig sind die Methoden, wobei hier zwei zentrale Merkmale festzuhalten sind: Zum einen ist die Teilnahme freiwillig. Zum anderen setzen wir im Bereich Bildung auf ein hohes Maß der Beteiligung und Eigenaktivität junger Menschen. Klassenarbeiten, vom Lehrerpult aus diktiert, gibt´s bei uns also nicht!
Auch strukturell gilt das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit: Die einzelnen Kinder- und Jugendorganisationen bestimmen selbst über Zielsetzung, Inhalte und Methoden ihrer Bildungsarbeit.

Lernen ohne Notendruck und Nachsitzen

Und was gibt´s bei uns zu lernen? Nun, klarumrissene Fächer wie Mathematik, Englisch oder Geschichte bieten wir nur am Rande. Doch genau darin liegt unsere Stärke: Kinder- und Jugendverbände ermöglichen aufgrund ihres Selbstverständnisses und ihres Aufbaus die Verschmelzung verschiedener Dimensionen von Jugendarbeit, die sonst oft nur einzeln auftreten: Persönlichkeitsbildung, politisches Lern- und Handlungsmöglichkeiten, Interessenvertretung und demokratische Selbstorganisation - das sind unsere „Lernbereiche“. Dafür gibt es keine Noten. Wohl aber die Erfahrung, die eigenen Belange, seien sie persönlicher, sozialer oder politischer Art, konkret anpacken zu können.

Gerade dieses Bildungsangebot in Kinder- und Jugendverbänden spricht junge Menschen auch über den Rahmen der Verbandsmitgliedschaft hinaus an. Denn der direkte Bezug kommt an: Kinder und Jugendliche befassen sich intensiv mit relevanten und aktuellen Themen - immer runtergebrochen auf ihren eigenen Alltag. Ob Aufbau eines Jugendclubs oder eine Tanzperformance vorm Rathaus - wer einmal erlebt hat, dass er in seinem Umfeld wirklich was bewegen, der wird sich auch künftig politisch und sozial engagieren.

Für all das müssen natürlich die „Rahmenbedingungen“ stimmen. Das heißt konkret: Durch Jugendpolitik und Jugendförderung muss sichergestellt sein, dass die Jugendverbände außerschulische Bildung in vollem Umfang gewährleisten können. Darüber hinaus müssen die Freistellungsmöglichkeiten sowohl für Erwachsene als auch für Schüler verbessert werden: Wer ehrenamtlich an Jugendbildungsveranstaltungen teilnimmt oder sie gar leitet, darf dafür nicht mit Lohnentzug oder einem Blauen Brief abgestraft werden!

 

Newsportal-Ticker

Loading news. Please wait

Aktuelle Pressemitteilungen

30. August 2010

Die Zukunft gehört den Freiwilligendiensten

mehr» 22. Juni 2010

Bildungsbericht: Freiräume für Engagement Jugendlicher schrumpfen

mehr» 07. Mai 2010

DBJR fordert: Gesetze nach Rücknahme der Vorbehaltserklärung anpassen

mehr»